Angehörige wollen Euch nicht!
Es ist wie eine Art Nötigung, wie eine Art aufzwingen. Mit der Frechheit und Arroganz die Betroffenen für sich einzunehmen.
Haben Angehörige verlangt mit ihnen zu trauern? Nein! Angehörige wissen ganz genau dass der grösste Teil nur als Heuchlerei daherkommt. Und sie wissen ganz genau, dass deswegen „meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn“ nicht mehr zurückkommt. Und sie wissen noch besser, dass es nach wenigen Stunden, Tagen, es in Vergessenheit gerät, weil die Welt woanders ohnehin weiterläuft.
Das schier unglaubliche aber folgt draussen
Man kommt auf dem Dorplatz oder in der Kirche zusammen, die ansonsten um diese Zeit praktisch leer bleiben. Urplötzlich ist die Kirche wieder wer! Man sagt in anderen Orten der Schweiz Anlässe ab. Man trauert statt mit möglichst lauter Stimme gegen die Zustände die zum Massensterben führten, anprangert.

Wo sind die Massendemonstrationen in der gesamten Schweiz gegen solches Versagen?
Als der Ukraine Krieg ausbrach war die halbe Schweiz auf den Strassen, Plätzen, Kirchen, Gottesdienste, im Kerzenmeer, bei Friedensspaziergängen, bei Demos. Und jetzt nehmen sich tausende ungefragt das Recht heraus, mit Angehörigen die sie noch nie sahen, noch nie redeten, zu trauern. Sie fragen nicht:
Wollen das Eltern, Grosseltern, Geschwister, Brüder, Götti, Gotte von den grausam gestorbenen von Crans Montana überhaupt? Wollen sie dieses Spektakel?
Eltern die ihren Sohn, ihre Tochter verloren haben wollen nur eines: Gewissheit
Woran starb mein allerliebstes? Musste es leiden oder spürte es wegen Bewusstlosigkeit nichts mehr? Wer ist am Tod meiner Tochter, Sohnes schuldig? Werden Verantwortliche bestraft? Und wenn wie? Warum konnte es soweit kommen?
Man kennt es aus Gerichtsakten, Gerichtsurteilen: Betroffene wollen Gerechtigkeit erfahren für ihren Verlust. Gerechtigkeit und dass Täter zur Rechenschaft gezogen werden.
Was sie nicht gebrauchen: Öffentliche kollektive Trauer. Angesagt ist Stille!
Samstag 03.01.2025 - 08:00